Montessori-Spielzeug ist einfach, wirklichkeitsnah und auf jeweils nur eine Schwierigkeit ausgerichtet. Das Kind kann es allein benutzen und selbst aufräumen. Um es nach Alter auszuwählen, beobachten Sie zuerst, was Ihr Kind gerade ausprobieren möchte (greifen, stapeln, gießen, sortieren). Bieten Sie dann ein Spiel an, das zu diesem Wunsch passt. Die Sicherheit steht an erster Stelle, und die hier genannten Altersangaben sind Richtwerte: Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo.
Was ist ein Montessori-Spielzeug?
Eine offizielle Definition von „Montessori-Spielzeug“ gibt es nicht. Der Begriff steht für Spiele, die einigen Grundsätzen der von Maria Montessori entwickelten Pädagogik folgen. Einen allgemeinen Überblick finden Sie in unserem Ratgeber Montessori-Pädagogik zu Hause, einfach erklärt.
Diese Grundsätze finden sich am häufigsten:
- Immer nur eine Schwierigkeit: ein Steckspiel mit nur einer Form, bevor man drei anbietet.
- Bezug zur Wirklichkeit: Gegenstände, die echten ähneln (kleiner Krug, Schwamm, Besen in passender Größe), statt erfundener Figuren.
- Fehlerkontrolle: Das Spiel zeigt von selbst, ob es klappt (das Teil passt oder passt nicht), ohne dass ein Erwachsener korrigieren muss.
- Einfache Materialien: Holz, Stoff, Metall und Korbgeflecht werden oft wegen ihres Gewichts, ihrer Haptik und ihrer Optik bevorzugt. Das ist keine feste Regel.
- Wenige Spiele auf einmal, in Kinderhöhe angeboten, damit das Kind selbst auswählen kann.
Ein guter Hinweis: Wenn das Spiel alles allein macht (Lichter, Töne, Bewegungen), schaut das Kind nur zu. Wenn das Spiel auf seine Bewegung wartet, handelt das Kind.
Sicherheit geht vor
Manche von Montessori inspirierte Aktivitäten verwenden kleine Gegenstände (Perlen, Samen, kleine Sortierteile). Sie sind nicht für Kinder geeignet, die Dinge noch in den Mund nehmen. Einige Regeln gelten für jedes Alter:
- Aufsicht: Die französische Website „1000 premiers jours“, die von Santé publique France betreut wird, erinnert daran, kleine Kinder immer im Auge zu behalten und auf herumliegende Kleinteile zu achten (1000-premiers-jours.fr, Haushaltsunfälle bei Kindern vermeiden).
- Altersangabe und Warnhinweise: Die französische Verbraucherschutzbehörde DGCCRF weist darauf hin, dass Spielzeug, das für Kinder unter 36 Monaten gefährlich sein kann, einen Warnhinweis tragen muss, zum Beispiel „Kleinteile“. Sie rät außerdem, Spielzeug passend zum Alter des Kindes zu wählen (economie.gouv.fr, Spielzeugsicherheit). Halten Sie sich an dieses Alter, auch wenn das Spielzeug als „Montessori“ angeboten wird.
- Knopfzellen: Lassen Sie Spielzeug mit Knopfzellen nicht ohne sicher verschlossenes Batteriefach in Reichweite liegen. Bei Verschlucken, auch bei bloßem Verdacht, rufen Sie sofort den Notruf (in Frankreich die 15) oder eine Giftnotrufzentrale an und sagen Sie, dass es sich um eine Knopfzelle handelt (economie.gouv.fr, Knopfzellen und kleine Kinder).
- Magnete: Magnetische Bauspiele und Gegenstände mit kleinen Magneten müssen außer Reichweite der Kleinsten bleiben. Werden mehrere Magnete verschluckt, können sie sich durch die Darmwand hindurch anziehen (Santé publique France, Magnetkugeln).
- Selbstgemachte Spiele: Ein zweckentfremdeter Gegenstand wurde nicht für ein Kind entworfen. Prüfen Sie Größe und Stabilität, achten Sie auf Splitter oder Teile, die sich lösen, und bleiben Sie in der Nähe.
Montessori-Spielzeug nach Alter: Richtwerte
| Richtalter | Was das Kind oft ausprobieren möchte | Spielideen |
|---|---|---|
| 0 bis 6 Monate | Schauen, mit den Augen folgen, greifen | Mobile zum Anschauen außer Reichweite, leichte Rassel, Stoffball, bruchsicherer Spiegel an der Wand |
| 6 bis 12 Monate | Greifen, klopfen, loslassen, einen versteckten Gegenstand suchen | Entdeckerkorb, Ballbox, große Würfel, Greifball |
| 12 bis 18 Monate | Stapeln, einpassen, füllen, ausleeren, schieben | Stapelbecher, Steckspiel mit einer Form, einfache Formenbox, stabiler Lauflernwagen |
| 18 Monate bis 3 Jahre | Nachahmen, gießen, sortieren, allein machen | Aktivitäten aus dem Alltag, Puzzles mit Knöpfen, große Gegenstände nach Farbe sortieren, einfache Anziehrahmen |
| 3 bis 6 Jahre | Die Handbewegung verfeinern, ordnen, benennen | Feinere Sortierspiele, altersgerechtes Auffädeln von Perlen, Puzzles, Buchstaben und Zahlen zum Ertasten |
Von 0 bis 6 Monaten
Das Baby beobachtet viel. Ein Mobile zum Anschauen, über dem Spielbereich am Boden und außerhalb der Reichweite des Babys angebracht, eine leichte Rassel oder ein Stoffball genügen. Das Spielen am Boden unter Aufsicht hat seinen festen Platz: Die Website „1000 premiers jours“ rät, die Zeit in Bauchlage über den Tag zu verteilen (1000-premiers-jours.fr, körperliche Aktivität bei Kleinkindern).
Von 6 bis 12 Monaten
Das Kind greift nach allem und steckt es in den Mund. Bieten Sie ausreichend große Gegenstände ohne abnehmbare Kleinteile an. Der Entdeckerkorb (verschiedene sichere Alltagsgegenstände) und die Ballbox, in der der Ball verschwindet und wieder auftaucht, sind Klassiker. Ausführliche Ideen finden Sie in unserem Ratgeber Spiele und Aktivitäten für ein einjähriges Kind.
Von 12 bis 18 Monaten
Das Kind stapelt, steckt, füllt und leert gern. Beginnen Sie mit Steckspielen mit nur einer Form und erhöhen Sie die Schwierigkeit, wenn es ohne Hilfe zurechtkommt. Ein stabiler Lauflernwagen kann Kinder begleiten, die gerade mit dem Laufen beginnen.
Von 18 Monaten bis 3 Jahren
Oft ist das das Alter des „Ich allein“. Aktivitäten aus dem Alltag nehmen viel Raum ein: Wasser zwischen zwei kleinen Krügen umgießen, einen Apfel waschen, den Tisch abwischen, die Schuhe wegräumen, vom Lernturm aus in der Küche mithelfen, immer mit einem Erwachsenen (siehe unsere Kollektion Lerntürme). Zum Sortieren und Umfüllen verwenden Sie große Teile, solange das Kind noch Dinge in den Mund nimmt.
Von 3 bis 6 Jahren
Die Bewegungen werden präziser. Sortier-, Ordnungs- und Auffädelspiele dürfen kleinere Teile enthalten, sofern Sie die angegebene Altersempfehlung beachten und die Teile von jüngeren Geschwistern fernhalten.
Wie viele Spielsachen anbieten und wie präsentiert man sie?
Im Montessori-Ansatz bietet man jeweils nur wenige Spiele an: oft vier bis acht, je nach Alter und Platz. Jedes Spiel hat seinen Platz auf einem niedrigen Regal, in einem Korb oder auf einem Tablett, sodass das Kind es selbst nehmen und wieder wegräumen kann. Die anderen Spiele werden verstaut und regelmäßig ausgetauscht.
- Ein niedriges, stabiles Regal, bei Bedarf an der Wand befestigt, in Kinderhöhe.
- Ein Tablett oder ein Korb pro Aktivität, damit alles beisammen ist.
- Rotation: Tauschen Sie jede Woche oder alle zwei Wochen einige Spiele aus, je nach Interesse des Kindes.
- Ein Arbeitsbereich: ein Teppich am Boden oder ein kleiner Tisch mit Stuhl in passender Größe. Die Teppiche unserer Kollektion Kinderteppiche sind waschbare Kinderzimmerteppiche, die diese Spielecke abgrenzen können.
Weitere Einzelheiten finden Sie in Montessori-Regal: Spielsachen präsentieren und austauschen und Montessori-Möbel: Welche passen von 0 bis 6 Jahren?. Nidelune verkauft kein Spielzeug, aber niedrige Regale, Tische und Stühle finden Sie in unserer Kollektion Montessori-Möbel.
Alltagsgegenstände zweckentfremden
Ein Montessori-Spiel muss nicht gekauft werden. Viele Aktivitäten lassen sich mit dem vorbereiten, was Sie schon haben:
- zwei kleine Krüge und eine Schüssel zum Wassergießen;
- ein Schuhkarton mit einem Loch, durch das große Bälle gesteckt werden;
- Socken zum Zusammensuchen für die Größeren;
- ein Schwamm, ein Putztuch und eine kleine Schüssel zum Putzen;
- Einmachglasdeckel zum Auf- und Zuschrauben, in ausreichender Größe.
Prüfen Sie immer, dass sich nichts verschlucken lässt oder zerbrechen kann, und bleiben Sie in der Nähe des Kindes.
Häufige Fehler
- Zu viele Spiele gleichzeitig: Das Kind wechselt von einem Gegenstand zum nächsten, ohne innezuhalten.
- Ein zu schwieriges Spiel: Wenn das Kind entmutigt ist, räumen Sie es weg und bieten Sie es später noch einmal an.
- Zu schnell eingreifen: Lassen Sie ihm Zeit zum Ausprobieren, bevor Sie es zeigen.
- Sich nur auf das Wort „Montessori“ verlassen: Schauen Sie sich das Spiel selbst, die Altersangabe und die Warnhinweise an.
Häufige Fragen
Muss Montessori-Spielzeug aus Holz sein?
Nein. Holz wird oft wegen seines Gewichts und seiner Haptik gewählt, aber ein Spiel aus Stoff, Metall oder robustem Kunststoff kann denselben Grundsätzen folgen. Entscheidend sind die Einfachheit und dass das Kind selbst aktiv wird.
Sollte man sich an die Altersangabe auf der Packung halten?
Ja, beim Mindestalter, das mit der Sicherheit zusammenhängt, vor allem beim Warnhinweis für Kinder unter 36 Monaten. Darüber hinaus beobachten Sie Ihr Kind: Manche Spiele interessieren es früher oder später.
Wie viel Montessori-Spielzeug braucht man?
Wenig. Einige gut ausgewählte Spiele, auf einem niedrigen Regal präsentiert und regelmäßig ausgetauscht, genügen oft.
Ist Montessori-Spielzeug für alle Kinder geeignet?
Es kann für viele Kinder passen, wenn Sie es an das anpassen, was das jeweilige Kind gerade ausprobieren möchte. Wenn Sie Fragen zur Entwicklung Ihres Kindes haben, sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin, Ihrem Kinderarzt oder Ihrem Arzt.